Supply Chain Management

Supply Chain Management

 

 

 

von: Ruth Melzer-Ridinger

De Gruyter Oldenbourg, 2007

ISBN: 9783486593051

Sprache: Deutsch

290 Seiten, Download: 5455 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


 

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Supply Chain Management



4 Kostenmanagement mit dem Fokus Einkaufspersonalkosten (S. 155)

4.1 Treiber der Einkaufspersonalkosten

Nachdem sich das Interesse in Theorie und Praxis lange Zeit auf die Beschaffungsobjektkosten (Preise für fremdbezogene Produkte und Leistungen) konzentriert hatte, werden in den letzten Jahren die Gefahren hoher Gemeinkostenbelastungen (Fixkostencharakter der Gemeinkosten, bei geringwertigen Produkten sind die Einstandskosten im Vergleich zu den im Einkauf verursachten Gemeinkosten sehr gering) und die dort vermuteten Einsparpotenziale stärker beachtet.

Ziel des Gemeinkostenmanagements ist die Senkung des Niveaus der Gemeinkosten oder eine Verbesserung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses (auch als value management bezeichnet). Das Gemeinkostenmanagement betrachtet die Personal- und Sachkosten nicht mehr als unveränderlich, sondern untersucht und gestaltet systematisch die Verursacher der in der eigenen Kostenstelle zu verantwortenden Gemeinkosten, die sog. Kostentreiber. Verbesserungspotenziale werden vor allem in den operativen Geschäftsprozessen der Bestellabwicklung vermutet. Die historisch gewachsenen Abläufe und die Arbeitsteilung zwischen den an der Beschaffung beteiligten Funktionsträgern im Einkauf, im Wareneingang, im Lager, in der Verwaltung und in den Sachabteilungen werden im Geschäftsprozessmanagement in Frage gestellt. Ein Ziel des Geschäftsprozess-Managements ist die zeitliche Entlastung des Einkaufs von administrativen Aufgaben. Die dadurch gewonnene Personalkapazität soll für strategische Überlegungen zur Verbesserung der Versorgung, Flexibilität und Qualität eingesetzt werden.

Durch die Beschäftigung mit Gemeinkosten- und Geschäftsprozessmanagement gerieten die C-Teile in den Mittelpunkt des Interesses: Das Verhältnis der Prozesskosten, die beim Bedarfsträger, in der Funktion Beschaffung und in der Kreditorenbuchhaltung anfallen, liegt in einem krassen Missverhältnis zu dem Bestellwert von C-Teilen. Man geht in der Regel davon aus, dass die Prozesskosten für einen Beschaffungsvorgang zwischen 50 und 100€ liegen. Der Bestellwert pro Bestellung bei indirekten C-Teilen bewegt sich hingegen um einen Durchschnittswert von 25€. Aufgrund dessen und der häufigen Beschaffung von C-Teilen kommt es zu folgendem allgemeingültigen Verhältnis von Bestellwerten und Beschaffungskosten: C-Teile machen im Allgemeinen zwar nur circa 5% des Einkaufsvolumens eines Unternehmens aus, verursachen aber bis zu 80% der gesamten Beschaffungsprozesskosten eines Unternehmens, auf sie entfallen 60% der Bestellungen und 70% der Lieferanten (Wildemann 2000 S. 26).

Das dritte Handlungsfeld eines umfassenden Materialkostenmanagements sind daher die Personal- und Sachkosten, die für den Beschaffungsprozess anfallen, im Rechnungswesen werden diese als Materialgemeinkosten bezeichnet.

Hierzu zählen die

• Personalkosten für die Mitarbeiter, die am Beschaffungsprozess beteiligt sind, also Einkauf, Wareneingang, Qualitätsprüfung und Disposition, Einlagerung, Auslagerung, Kommissionierung,
• Sachkosten (Software, Prüfmaterial, Büromaterial, Reisekosten, Telefon).
• Umlagekosten (Raumkosten, Kantine etc.).

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