Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten - Ein prozessorientierter Leitfaden zur Erstellung von Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten

Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten - Ein prozessorientierter Leitfaden zur Erstellung von Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten

 

 

 

von: Alfred Brink

De Gruyter Oldenbourg, 2007

ISBN: 9783486585124

Sprache: Deutsch

261 Seiten, Download: 3188 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

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Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten - Ein prozessorientierter Leitfaden zur Erstellung von Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten



Lerneinheit 4: Betreuungs- und Expertengespräche (S. 131-132)

4.1 Gespräche mit dem Betreuer der Arbeit .........................................................................131
4.1.1 Vorbemerkung....................................................................................................131
4.1.2 Zur Terminierung der Gespräche........................................................................131
4.1.3 Inhaltliche Planung der Gespräche .....................................................................132
4.1.4 Zur Auswertung der Gespräche ..........................................................................134
4.2 Gespräche mit Experten .................................................................................................134
4.2.1 Vorbemerkungen ................................................................................................134
4.2.2 Charakterisierung von Experteninterviews .........................................................135
4.2.3 Zur Terminierung der Gespräche........................................................................138
4.2.4 Inhaltliche Planung der Gespräche .....................................................................138
4.2.5 Zur Auswertung der Gespräche ..........................................................................141
4.3 Umgangsformen in Besprechungen................................................................................141

Überblick:
Gegenstand dieser Lerneinheit sind Gespräche, die anlässlich der Erstellung einer Prüfungsarbeit vom Kandidaten zu führen sind bzw. geführt werden sollen: Obligatorisch sind Besprechungen mit dem Betreuer der Arbeit, weitere Gespräche können mit Experten aus Praxis oder Theorie zum Thema der eigenen Arbeit vereinbart werden. Nach jeweils einer kurzen Vorbemerkung gilt es, die anvisierten Besprechungen in zeitlicher und in inhaltlicher Hinsicht zu betrachten. Außerdem ist die nachfolgende Auswertung der Gespräche genauer zu beleuchten. Die Lerneinheit schließt mit einigen kurzen Bemerkungen zu den Umgangsformen in Besprechungen.

4.1 Gespräche mit dem Betreuer der Arbeit

4.1.1 Vorbemerkung

Entsprechend der Prüfungsordnung hat der Kandidat im Rahmen seiner Prüfungsarbeit eine selbständige Leistung zu erbringen. Insofern ist die Möglichkeit der Rücksprache mit dem Betreuer nicht mit einer Beratung zu verwechseln. Den Kandidaten soll lediglich die Chance eingeräumt werden, sich bei etwaig auftretenden inhaltlichen oder formalen Problemen an einen Ansprechpartner zu wenden. Eine „Absegnung" oder gar „Genehmigung" der Gliederung der Arbeit ist nicht zu erwarten.1 Da sich die Gepflogenheiten der Betreuung von Themensteller zu Themensteller sehr stark unterscheiden können, sollten sich die Kandidaten im Vorfeld ihrer Prüfungsarbeit nach den Usancen erkundigen. Einen guten Anlass dazu bieten z.B. die Besprechungen eines am jeweiligen Lehrstuhl angefertigten Referates oder einer Seminararbeit.

4.1.2 Zur Terminierung der Gespräche

Eine Besprechung mit dem Betreuer macht erst Sinn, wenn der Prüfling das Thema inhaltlich (weitgehend) erfasst und eine themengerechte Gliederung entworfen hat. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann der Betreuer behilflich sein und die Unterredung zu einem Erfolg für den Kandidaten werden. Andernfalls erweckt der Prüfling den Eindruck, als erwarte er vom Betreuer den Entwurf der eigenen Gliederung.

Nur in zwei Ausnahmesituationen ist von dieser Empfehlung abzuweichen:

(1) Der Prüfling kommt mit der Themenstellung überhaupt nicht zurecht und erwägt, das Thema zurück zu geben. Diese Überzeugung ist nicht selten zu beobachten, und es kommt vor, dass Themen zurückgegeben werden, die bei nochmaligem Überlegen gut hätten bearbeitet werden können. Als Tipp sei allen Prüflingen geraten, die Entscheidung soweit hinaus zu zögern, wie es die Prüfungsordnung zulässt. Bevor man die Entscheidung trifft, sollte auf jeden Fall ein Gespräch mit dem Betreuer geführt werden. Oft ergeben sich durch ein solches Gespräch neue Gesichtspunkte, die den Prüfling von seinem ursprünglichen Vorhaben abbringen.

(2) Der Prüfling ist der Auffassung, dass sich die Themenstellung nicht bearbeiten lässt. In diesem Fall sollte man sich möglichst umgehend an den Lehrstuhl des Themenstellers wenden, um nicht unnötig Zeit zu "verlieren". Allerdings sei dem Kandidaten empfohlen, nicht vorschnell die Meinung zu äußern, dass Thema ließe sich nicht bearbeiten. Es grenzt an eine Peinlichkeit, wenn sich unmittelbar nachweisen lässt, dass der Vorwurf unbegründet ist und der Kandidat sich nur zu wenig Mühe gegeben hat. Als Tipp sei dem Prüfling geraten, in einem solchen Fall behutsam vorzugehen. Anstatt vorwurfsvoll zu reagieren, sollte er lieber geschickt fragen, was beim vorliegenden Thema inhaltlich erwartet wird.

Im "Normalfall" liegt der erste Besuch beim Betreuer etwa in der vierten oder fünften Bearbeitungswoche, bei einer Bachelorarbeit spätestens am Ende der dritten. Um sicherzustellen, dass der Betreuer in diesem Zeitraum für eine Besprechung zur Verfügung steht ist, ist im Vorfeld zu klären, ob mit einer Abwesenheit aus Urlaubs- oder dienstlichen Gründen zu rechnen ist. Ob mehrere Besuche notwendig sind, ist individuell und themenspezifisch unterschiedlich. Auch die Handhabung kann von Lehrstuhl zu Lehrstuhl variieren: Einige Lehrstuhlinhaber lassen mehrere Besuche zu, andere schränken die Betreuung auf eine einzige Besprechung ein. Auch diese Usancen des Themenstellers sollte man imVorfeld der Prüfungsarbeit abklären.

Tipp: Um einen möglichst großen Gesprächserfolg zu erzielen, empfiehlt es sich, vor dem Besuch des Betreuers telefonisch oder persönlich einen Besprechungstermin zu vereinbaren. So kann sich der Betreuer gezielt auf das Gespräch vorbereiten und wird nicht völlig unvorbereitet mit den Fragen des Kandidaten konfrontiert.

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