Web 2.0 in der Unternehmenspraxis: Grundlagen, Fallstudien und Trends zum Einsatz von Social Software

Web 2.0 in der Unternehmenspraxis: Grundlagen, Fallstudien und Trends zum Einsatz von Social Software

 

 

 

von: Andrea Back, Norbert Gronau, Klaus Tochtermann (Hrsg.)

De Gruyter Oldenbourg, 2008

ISBN: 9783486585797

Sprache: Deutsch

345 Seiten, Download: 5754 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


 

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Web 2.0 in der Unternehmenspraxis: Grundlagen, Fallstudien und Trends zum Einsatz von Social Software



2 Grundlagen (S. 9)

Das folgende Kapitel führt in die Grundlagen der Social Software ein. Auf den Social- Software-Begriff als solchen wurde ja bereits im vorhergehenden Kapitel ausführlicher eingegangen. Hier folgend stehen nun konkrete Anwendungen im Blickpunkt. Dazu zählen beispielsweise Weblogs, Wikis und Social-Networking-Plattformen. Während bei Weblogs die Kommunikation zwischen Personen und Personengruppen im Mittelpunkt steht, fördern Wikis die Zusammenarbeit und die gemeinschaftliche Erstellung von Inhalten. Social-Networking-Plattformen ermöglichen vor allem die Vernetzung von Personen.

Social- Networking-Plattformen werden vor allem eingesetzt, um bestehende Kontakte aufrechtzuerhalten oder um Experten zu suchen. Darüber hinaus bietet die Social Software unterschiedliche Möglichkeiten der persönlichen Informationssammlung mit Hilfe von Newsfeeds und Newsaggregatoren und der nutzerbasierten Informationsklassifikation in Form von Lesezeichen und Referenzen (Social Bookmarking) bzw. von Web-Inhalten wie beispielsweise Photos und Weblogs (Social Tagging).

Zu den verfügbaren Inhalten zählen zunehmend Videos, die in Form von Podcasts den Nutzern bereitgestellt werden. Jeder einzelne Bereich wird in einem gesonderten Abschnitt in diesemKapitel eingeführt. Den erwähnten Anwendungen ist gemein, dass sich aufgrund der menschlichen Aktivitäten (virtuelle) Gemeinschaften oder soziale Netzwerke im Web bilden können. Die Bedeutung dieser Gemeinschaften und der sozialen Netzwerke werden in diesem Kapitel ebenfalls herausgearbeitet. Abschließend wird dann noch kurz auf die technischen Aspekte von Social Software eingegangen.

2.1 Wikis

Claudia Müller, Norbert Gronau

Wikis sind ein Web-basiertes Autorenwerkzeug, um kollaborativ Inhaltssammlungen zu erstellen. Sie basieren auf dem Hypertext-Prinzip. Das erste Wiki wurde 1995 entwickelt und in Anspielung an das World Wide Web (WWW) und die hawaiianische Bezeichnung „wiki wiki" für „schnell" das WikiWikiWeb genannt. Die Idee hinter dieser Entwicklung war „the simplest online database that could possibly work" aufzubauen [vgl. Leuf und Cunningham 2001]. Daher ist auch die technische Realisierung dieser Software recht einfach. Es handelt sich um eine serverseitig interpretierte Skriptsprache (z.B. PHP, Perl). Die Inhalte sind entweder in einer gesonderten Datei oder in einer Datenbank, je nach verwendeter Wiki- Software, gespeichert.

Das bekannteste Beispiel eines Wikis ist das im Jahr 2001 gegründete Wikipedia-Projekt11, in welchem eine frei verfügbare Online-Enzyklopädie aufgebaut wird. Dieses Projekt wird zwar von manchem auch als der „größte Schmierzettel" der Welt bezeichnet [vgl. Möller et al. 2006], aber mittlerweile ist Wikipedia in 79 Sprachen verfügbar. Die deutsche Sprachversion ist die zweitgrößte neben der englischen und umfasste im Januar 2008 rund 700.000 Artikel.

Der Erfolg dieses Konzepts wurde unter anderem anhand des Vergleichs der Wikipedia mit der Encyclopaedia Britannica durch das Magazin Nature untersucht [vgl. Giles 2005]. Es wurden 42 Artikel aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen von Experten geprüft. In beiden Enzyklopädien konnte die gleiche Anzahl an schwerwiegenden Fehlern gefunden werden. Insgesamt aber wies die Encyclopaedia Britannica weniger Faktenfehler, Auslassungen und missverständliche Formulierungen auf. Trotzdem: die Wikipedia, als ein auf freiwilliger Arbeit begründetes Projekt, gilt als die mittlerweile meistgenutzte Referenz in diesem Bereich.Auch bei Vergleichen der Wikipedia mit dem Brockhaus [vgl. u.a. Güntheroth 2007, Wiegand 2007, S. 137] wurde die Qualität der nicht expertenbasierten Wissenssammlung höher eingestuft.

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