Buchführung und Jahresabschluss

Buchführung und Jahresabschluss

 

 

 

von: Gottfried Bahr, Wolf F. Fischer-Winkelmann, Stephan List

Gabler Verlag, 2006

ISBN: 9783834992802

Sprache: Deutsch

653 Seiten, Download: 22341 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


 

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Buchführung und Jahresabschluss



III. Bilanzierung im engeren Sinne: Der Ansatz eines Bilanzpostens dem Grunde nach (S. 287-288)

1. Bilanzierung im engeren Sinne

"Eine getreue und klare Rechnungslegung liber das vergangene Geschaftsjahr bedarf eines entsprechenden auBeren Aufbaues des Jahresabschlusses und einer adaquaten Darbietung des Bilanzinhaltes."

Diese oder andere wohlklingende Formeln simplifizieren die Dinge bei der Bilanzierung, denn gerade die "adaquate Darbietung des Bilanzinhaltes" ist eine grundsatzliche und zentrale Frage der Bilanzierung und fiir den Ersteller eines Jahresabschlusses mit den groBten Problemen verknixpft. DaB hier erhebliche Probleme auflauchen, wurde im vorigen Kapitel bei der Behandlung der Abschreibungen angedeutet. Wenn in der Wirtschaftspresse bei der Besprechung von publizierten Jahresabschliissen von "window dressing", "bilanzpolitische Manipulation" und von "bilanzpolitischen Strategien" geschrieben wird, so deutet dies darauf hin, daB bei der Darstellung des materiellen Inhalts der Bilanzierende einen Entscheidungsspielraum und damit verschiedene Darstellungsmoglichkeiten, d.h. Entscheidungsmoglichkeiten hat.

Die "adaquate Darbietung" des Bilanzinhaltes verlangt vom Ersteller eines Jahresabschlusses fiir jedes Wirtschaftsgut grundsatzlich zwei voneinander verschiedene, aber aufeinanderfolgende Bilanzierungsentscheidungen:

1. Ob ein Wirtschaftsgut in die Bilanz aufzunehmen ist (Ansatz dem Grunde nach). Ist die Entscheidung positiv ausgefallen, dann ist dariiber zu befmden, 2. wie dieses Wirtschaftsgut angesetzt wird, d.h. mit welchem Wert es in der Bilanz anzusetzen ist (Ansatz der Hohe nach).

An dieser Stelle sei kurz darauf hingewiesen, daB wir einheitlich von "Wirtschaftsgiitern" sprechen und damit den Sprachgebrauch des Steuerrechts iibemehmen. Positive Wirtschaftsgiiter sind im wesentlichen handelsrechtlich "Vermogensgegenstande" und negative Wirtschaftsgiiter sind handelsrechtlich "Schulden". Von "Vermogensgegenstanden" und "Schulden" soil in den folgenden Ausfiihrungen nur dann gesprochen wer- den, wenn direkt auf die gesetzlichen Vorschriften des Handelsgesetzbuches verwiesen wird.

Da die Unterschiede zwischen Wirtschaftsgiitern auf der einen Seite und Vermogensgegenstanden sowie Schulden auf der anderen Seite relativ gering sind, halten wir diese "Vereinfachung" im Interesse der Didaktik fiir vertretbar.

Bisher war unter "Bilanzierung" immer allgemein die Erstellung einer Bilanz gemeint. Zukiinftig werden wir "Bilanzierung" in einem engeren Sinne verwenden und damit die Entscheidung iiber das "Ob", d.h. iiber den Ansatz des Wirtschaftsgutes dem Grunde nach in der Bilanz verstehen. Die Entscheidung iiber das "Wie", d.h. die Festlegung des Wertes der Wirtschaftsgiiter zum AbschluBstichtag nennt man "Bewertung". Mit der Bewertung werden wir uns im folgenden groBeren Abschnitt dieses Kapitel noch auseinandersetzen.

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