Prozessmanagement - Ein Leitfaden zur prozessorientierten Organisationsgestaltung

Prozessmanagement - Ein Leitfaden zur prozessorientierten Organisationsgestaltung

 

 

 

von: Jörg Becker, Martin Kugeler, Michael Rosemann (Hrsg.)

Springer-Verlag, 2005

ISBN: 9783540271536

Sprache: Deutsch

695 Seiten, Download: 6021 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


 

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Prozessmanagement - Ein Leitfaden zur prozessorientierten Organisationsgestaltung



Workflowmanagement (S. 373-374)

Michael zur Mühlen, Holger Hansmann

11.1 Grundlagen des Workflowmanagement

11.1.1 Entwicklung der Büroautomatisierung

Die Umsetzung prozessorientierter Organisationsstrukturen in Unternehmen verlangt nach einer adäquaten technischen Unterstützung, um die organisatorischen Effizienzvorteile nicht durch funktional orientierte Informationssysteme unnötig einzuschränken. Workflowmanagementsysteme sind Softwaresysteme, deren Kernaufgabe die Unterstützung betrieblicher Prozessabläufe durch die Koordination von Aktivitäten, Anwendungen, Daten und prozessbeteiligten Personen ist. Ebenso wie die betriebswirtschaftliche Prozessorientierung von der Idee selbst zur Realisierung über einen längeren Zeitraum gereift ist, so gehen auch die Wurzeln aktueller Workflowmanagementsysteme bis in die 70er Jahre zurück.

Motivation für die Beschäftigung mit Softwarekomponenten, die betriebliche Abläufe koordinieren und kontrollieren waren die Einführung zentraler Produktionsplanungs- und -steuerungssysteme in der Fertigungswirtschaft. Diese führten zu erheblichen Steigerungen der Produktivität im Produktionsbereich. Im Bürobereich blieben solche Produktivitätssteigerungen hingegen aus. So wurde in den 80er Jahren das Thema Office Automation unter sucht. Analog zur Einführung computergesteuerter Produktionsmechanismen war das Ziel der Office Automation die computergesteuerte Durchführung wiederkehrender Vorgänge im Büro. Im Gegensatz zu Produktionsprozessen liegen bei der Automatisierung von Büroprozessen jedoch keine vollständigen Informationen über die Verfügbarkeit und Auslastung der an der Prozessausführung beteiligten Ressourcen vor, was die Planung von Vorgängen erschwert. Diese Problematik und die fehlenden technischen Grundlagen in Form von Local Area Networks und der Verbreitung von PCs an Arbeitsplätzen beschieden der Office Automation nicht den gewünschten Erfolg.

Das Streben nach Effizienzsteigerungen in administrativen Bereichen von Unternehmen führte – trotz des Scheiterns der Office Automation – zur Weiterentwicklung dieser Systeme, vornehmlich in Form von Forschungsprototypen. Anstatt einzelne Aktivitäten konzentrierten sich die Entwickler von Workflowmanagementsystemen auf die Steuerung und Kontrolle der Aktivitätenfolgen, d. h. des Kontrollflusses. Ausgangspunkt ist dabei die Segmentierung von einstmals monolithischen Unternehmensanwendungen in separate Daten- und Anwendungsschichten, sowie die Trennung von Ablauf- und Anwendungslogik (vgl. Abbildung 11.1).

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